KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Mittelbau-Dora war das letzte von den Nationalsozialisten gegründete Konzentrationslager. Im Sommer 1943 wurde es zunächst als ein Außenlager des KZ Buchenwald eingerichtet, das den Namen "Dora" erhielt. Ab Herbst 1944 wurde es zum eigenständigen KZ Mittelbau umorganisiert. Anlass für den Bau des Lagers war der alliierte Luftangriff auf die Raketenversuchsanstalt Peenemünde am 17./18. August 1943. Zum Schutz vor weiteren Bombardierungen sollten weite Teile der deutschen Rüstungsindustrie, insbesondere die Produktion der sogenannten „V2“-Raketen, unter Tage verlagert werden. Dafür fiel die Wahl auf ein unterirdisches Stollensystem im Kohnstein nordwestlich von Nordhausen.

 

Bilder der Gedenkstätte

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 Ende August 1943 trafen dort die ersten 107 Häftlinge mit ihren SS-Bewachern aus dem KZ Buchenwald zur Zwangsarbeit ein. Unter unbeschreibbaren Bedingungen mussten sie die bestehende Stollenanlage erweitern und zu einer unterirdischen Rüstungsfabrik ausbauen. Monatelang lebten und arbeiteten die Häftlinge ausschließlich im Stollensystem unter Tage. Ab Januar 1944 entstand vor dem Kohnstein ein weitläufiges Außenlager mit Häftlingsbaracken, einem Appellplatz, einer SS-Kaserne, einer Gefängnis- und Hinrichtungsstätte, einem Krematorium und weiteren Gebäudekomplexen.

Die Zahl der Häftlinge stieg rasant an. Bis Weihnachten 1943 befanden sich bereits mehr als 10500 inhaftierte Menschen gleichzeitig im Lager "Dora". Ab Januar 1944 mussten sie für die unterirdische Raketenproduktion im Kohnstein, in den rund 40 benachbarten Außenlagern und in vielen nahegelegenen Industriebetrieben Zwangsarbeit leisten. Mehr als 3000 SS-Bewacher organisierten dieses menschenverachtende System der Ausbeutung, des Terrors und des Verbrechens im KZ Mittelbau-Dora. 20000 der insgesamt 60000 Häftlinge, die zwischen August 1943 und April 1945 gefangen gehalten, ausgebeutet und misshandelt wurden, verloren infolge der unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen ihr Leben.

 

Mittelbau Dora 12

 

In der heutigen Gedenkstätte können Besucher das ehemalige Lagergelände – die Außenanlage und im Rahmen von Führungen das unterirdische Stollensystem – besichtigen. Eine ständige Ausstellung im neu errichteten Museumsgebäude informiert anschaulich über die Geschichte des Lagers sowie über das Schicksal von Häftlingen, Tätern und Mittätern. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Rolle Mittelbau-Doras als Modellfall der KZ-Zwangsarbeit und ihrer Untertagever¬lagerung sowie die Frage, weshalb die Deutschen 1943, als der Krieg längst verloren war, diesen nicht beendeten, sondern mit dem „Totalen Krieg“ in die totale Niederlage steuerten und zehn¬tausende Zwangsarbeiter im Harz für sinnlose Rüstungsvorhaben sterben ließen. Außerdem beleuchtet die Ausstellung die weitere Geschichte des Lagers nach 1945: die juristische Aufarbeitung von Schuld und Verantwortung in den „Dora-Prozessen“, den Umgang der ehemaligen DDR mit den NS-Hinterlassenschaften sowie die gegenwärtige Bedeutung der heutigen KZ-Gedenkstätte.

Öffnungszeiten des Museumsgebäudes und der Ausstellungen: März - Okt. tgl. 10 - 18 Uhr, Nov. - Feb. tgl. 10-16 Uhr, montags geschlossen. Die Außenanlagen können tgl. bis zum Einbruch der Dunkelheit besichtigt werden.

Führungen im Lagergelände und in den Stollenanlagen: Di. - Fr. um 11 und um 14 Uhr, an Sa., So. und Feiertagen um 11, 13 und 15 Uhr, März - Okt. auch um 16 Uhr. Der Eintritt und die Führungen sind kostenfrei.

 

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora,

Kohnsteinweg 20,

99734 Nordhausen,

Tel. 03631-49580,

Fax 495813,

e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

www.dora.de