Der Teufel in der Grube am Rammelsberg

Bei Goslar im Harz war am Rammelsberg eine Grube, in die immer der Teufel kam und mitarbeitete. Da er aber immer allein arbeitete, sagte eines Tages einer der Bergleute, dass sie ihm doch einmal nachgehen sollten, um zu sehen, was er tue. Ein anderer Bergmann erwiderte jedoch, dass sie das lieber unterlassen möchten. Doch die Bergleute folgten dem ersteren nach.

 Als das der Teufel sah, sprach er, dass dies den Bergleuten nicht gut bekommen solle. Auch solle der grosse Rammelsberg nicht eher bebaut werden, bis der kleine ausgebaut sei.

Als der Teufel am anderen Morgen wieder in die Grube kam, geleitete er den einen Bergmann, der seinen Kameraden davon abgeraten hatte, dem Teufel nachzugehen, nach Hause. Von den übrigen Bergleuten aber sah niemand etwas wieder. Auch den Teufel erblickte man nicht mehr.

Sooft man jedoch nach diesem Ereignis einen Schacht abtäufte, sank jedesmal in der Nacht alles wieder ein. Andere sagten, dass höchstens sechs Bergleute in einer solchen Grube arbeiten dürften. Den übrigen würde der Hals umgedreht. Darum wollte sich schließlich keiner mehr in eine solche Grube wagen, obwohl im großen Rammelsberg weit mehr Gold und Silber sei als im kleinen, wo allein der Bergbau noch betrieben wurde.