Der Tanzteich

Bei Niedersachswerfen, an dem Woffleber Weg, liegt dicht am Fuße des Mühlberges ein Teich, der Tanzteich genannt; an dessen Stelle hat ehemals eine Schenke gestanden.

Einst waren hier an einem Sonntagnachmittage Gäste versammelt und ließen sich bei Bier, Musik und Tanz wohl sein. Da zog ein Gewitter gegen den Mühlberg und hielt über der Schenke.

Doch die wilde Gesellschaft wollte nicht aufhören zu tanzen und zu lärmen.  Ja, einer ging in seinem Frevelmute so weit, dass er sagte: „Hört einmal, wie der liebe Gott mit den Bierfässern rollt!“ Indem fuhr ein Blitz und Donnerschlag hernieder, und die Schenke versank mit allen, die darin waren. Aus dem Abgrund aber quoll ein dunkles, schwarzes Gewässer herauf, das den Tanzteich bildet.

In diesem Teiche lebte früher ein seltsames Ungetüm. Es hatte ein menschliches Angesicht und war über und über mit langen schwarzen Zotteln bedeckt wie ein Pudel. Während sein Unterkörper im Wasser zurückblieb, stützte es die Vorderpfoten auf einen Stein am Ufer und schüttelte das Wasser aus seinen langen traufenden Zotteln. Dann tauchte es wieder in den Teich zurück. Ein fremder Taucher wollte einst das seltsame Geschöpf heraufholen, als er aber in das Wasser kam, war es verschwunden.