Panorama-Museum Bad Frankenhausen

Die Sixtina des Nordens

Bad Frankenhausen - eine geschichtsträchtige Kleinstadt am Südhang des Kyffhäusergebirges im Norden Thüringens. Vor knapp 500 Jahren Ort eines blutigen Glaubenskampfes. Eine der letzten großen Schlachten im Deutschen Bauernkrieg, 1525, angeführt von dem wortgewaltigen, radikalen Prediger und "Endzeitpropheten" Thomas Müntzer.

Der einstige Weggefährte des Wittenberger Reformators Martin Luther rief als "Knecht Gottes wider die Gottlosen" zum kompromisslosen Kampf gegen die Obrigkeit, zur Errichtung eines Gottesreiches der Auserwählten, des armen gemeinen Mannes.

Panorama

Über der Stadt thront heute ein zylindrisches Bauwerk, das ein beeindruckendes Gemälde von 14 Metern Höhe und 123 Metern im Umfang, birgt - das Panoramabild "frühbürgerliche Revolution in Deutschland", ausgeführt von 1983-87 in Öl auf Leinwand von Werner Tübke. Ein imposantes Kunstwerk mit über 3000 Einzelfiguren, das zu den größten und figurenreichsten Gemälden der neueren Kunstgeschichte zählt.

Allein schon die Ausmaße sind aufsehenerregend und lassen es zu einem unvergleichlichen Erlebnis werden. Handwerkliche Meisterschaft und geistige Komplexität haben dem Geniewerk des Malers Werner Tübke schon jetzt einen Platz in der Kunstgeschichte gesichert.

Werner Tübke - "Altmeister der Leipziger Schule" - übernahm im Jahr 1976 den Auftrag von der Regierung der DDR zur Schaffung eines Panoramabildes, das dem "Deutschen Bauernkrieg" im 16. Jahrhundert gewidmet sein sollte. Am 14. September 1998, kurz vor der politischen Wende und der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten, öffnete das Panorama Museum seine Pforten. Was sich den Augen bot, war ein überwältigendes Monumentalgemälde, das die ursprünglichen Vorgaben des Auftraggebers in jeder Hinsicht sprengte. Entstanden war ein epochales Gemälde des Umbruchs vom Spätmittelalter zur Neuzeit, aber auch ein universales, zeitloses Welttheater, in dem Grundthemen der Menschheit wie Liebe und Hass, Geburt und Tod die unendliche Wiederkehr des Gleichen versinnbildlichen. Werner Tübkes "Zauberberg der Geschichte" verkörpert den Gipfel seines Lebenswerkes wie einen Glanzpunkt abendländischer Kunst überhaupt. Als Bilddom der Superlative erscheint er geradezu als eine "Sixtina des Nordens", in Bildmacht und Bedeutung vergleichbar allein den großen Kunstleistungen der Vergangenheit.

Betreten Sie eine Welt, die Sie vollkommen mit Malerei umschließt. Eine erhabene Sinfonie aus Farben wird Sie erfüllen und auf eine Reise in die Vergangenheit entführt. Die Magie, die verzaubert, entsteht aus brillianten Farben, altmeisterlicher Virtuosität, einer überzeugenden Lichtinszenierung und architektonischen Hülle, die sich im Zusammenspiel aller Elemente letztlich zu einem beeindruckenden Bilddom verwandelt.

 

www.panorama-museum.de